Kit Armstrong © Marco Borggreve
© Marco Borggreve

Im Fokus: Kit Armstrong

»Beethoven 1807«: Ein neuer Blick auf Beethoven

Das Konzert »Beethoven 1807« ist Teil des vom Dirigenten und ausgewiesenem Beethoven-Experten Jan Caeyers ins Leben gerufenen Projekts »Beethoven27«. Dieses soziokulturelle Großprojekt verbindet die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union durch 27 Schlüsselwerke Ludwig van Beethovens, die zwischen 2024 und 2027 in verschiedenen europäischen Städten zur Aufführung gelangen. Zu den zentralen Mitwirkenden zählt Kit Armstrong, der Beethoven nicht nur als herausragender Pianist interpretiert, sondern wie sein großes Vorbild auch als Komponist wirkt.

»Beethoven27« versteht sich als musikalische Reise durch Beethovens Leben und Schaffen. Im Jahr 2025 standen die frühen Werke im Mittelpunkt, 2026 widmet sich das Projekt der mittleren, sogenannten »heroischen« Schaffensphase. Den Abschluss bilden 2027 die späten Kompositionen aus Beethovens tauber Zeit, darunter monumentale Werke wie die Neunte Symphonie und die »Missa solemnis«.

Am 26. Februar macht das Projekt unter dem Titel »Beethoven 1807« Station in Berlin. Aus diesem Anlass spricht die Konzertdirektion Adler mit Kit Armstrong über seine Mitwirkung an »Beethoven27«, seine persönliche Sicht auf Beethovens Musik sowie über seine besondere Verbindung zu der Kulturhauptstadt Berlin.

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Jan Caeyers und Kit Armstrong © Koen Bauters Beethoven 24 KBL10.jpg
Kit Armstrong und Jan Caeyers © Koen Bauters

Warum 1807? Welche Bedeutung hat dieses Jahr, und steckt dahinter vielleicht eine größere künstlerische Idee?

Kit Armstrong:

»Im Rahmen dieses Projekts werden einzelne Jahre aus Beethovens Leben beleuchtet. Das Projekt »Beethoven27« ist ein Kapitel in unserem musikalischen Leben – von mir und von Jan Caeyers. Unser Vorhaben umfasst Konzerte, die innovative Programme verfolgen, sowie weitere Aktivitäten, die heutigen Menschen Beethovens Werk und Geist näher bringen sollen, z. B. Schulprojekte oder Forschungen mit KI.

Die Konzerte mit dem Orchester zeigen bekannte Hauptwerke von Beethoven. Als Jan Caeyers und ich uns 2024 kennenlernten, wussten wir, dass wir hiermit eine einmalige Chance hatten, etwas Größeres über mehrere Jahre zu gestalten: Beethovens Universum neu zu entdecken und mit unserem Publikum zu teilen.«

Was reizt Sie an Ihrer Mitwirkung in »Beethoven27« und was unterscheidet dieses Projekt von anderen Orchestererfahrungen?

Kit Armstrong:

»Ich freue mich, in »Beethoven27« verschiedene Rollen zu übernehmen – als Solist, Kammermusiker und Vermittler. Die Zusammenarbeit mit Jan Caeyers und dem Orchester ist außergewöhnlich, weil sie sich von der Routine des professionellen Orchesterdaseins unterscheidet.

Das Projekt ist langfristig angelegt, über viele Jahre, und wir berücksichtigen sowohl historische Einflüsse als auch die heutige Außenwelt. Es geht immer darum, die Botschaft von Beethovens Musik klar und schön zu vermitteln, nicht darum, zu zeigen, wie sie gespielt werden soll. Wir sind kein Orchester für historische Aufführungspraxis im engeren Sinn.«

Jan Caeyers und Kit Armstrong
Kit Armstrong und Jan Caeyers © Koen Bauters

Was zeichnet dieses Beethoven-Projekt aus? Die ausgewählten Werke gehören zum Kernrepertoire eines Konzertpianisten. Gab es im Rahmen dieses Projekts dennoch neue Erkenntnisse oder überraschende Entdeckungen für Sie?

Kit Armstrong:

»Im Rahmen dieses Projektes wird Beethovens bekannte Musik tatsächlich zu einer neuen Erfahrung. Als professionelle Musiker haben wir diese Werke natürlich schon sehr oft gespielt. Dadurch, dass dieses Projekt sehr umfassend angelegt ist, entstehen tatsächlich neue Erfahrungen und Sichtweisen: Wir erfassen Beethovens Werk quasi sein ganzes Leben lang, angefangen bei der ersten Symphonie und dem ersten Konzert, bis wir nach zwei Jahren, also 2027, bei seinen letzten Werken ankommen.«

Donnerstag │ 26. Februar 2026 │Kammermusiksaal

Le Concert Olympique
Kit Armstrong Klavier

Jan Caeyers Leitung

Beethoven Klavierkonzert Nr. 4 │ Sonate Nr. 23 »Appassionata« │Symphonie Nr. 5 »Schicksalssymphonie«
 

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Kit Armstrong und Jan Caeyers © Koen Bauters

Was bedeutet Ihnen die Zusammenarbeit mit Jan Caeyers?

Kit Armstrong:

»Jan Caeyers ist eine wesentliche, inspirierende Persönlichkeit für uns. Er hat einerseits die Gabe, Beethovens Geschichte zum Leben zu erwecken, durch seine Bücher und durch alles, was er über die Musik und ihren Kontext erzählt.

Andererseits vermittelt er, in dem Moment, in dem er den Taktstock hebt, auf lebensnahe Weise Fundiertes und Tiefgründiges über die Musik, und wenn ich ihn beim Dirigieren, Proben oder im Gespräch sehe, denke ich oft: Genau so ein Mensch sollte Dirigent sein.«

Was unterscheidet »Beethoven27« von einem gewöhnlichen Konzert, und wie erlebt das Publikum die musikalische Reise am 26. Februar?

Kit Armstrong:

»Man darf den Kontext des Projektes nicht vergessen. Es geht nicht nur darum, ein Einzelkonzert mit zwei bekannten Werken zu geben. Wir bleiben über mehrere Jahre miteinander verbunden und erleben diese musikalische Reise gemeinsam.

Am 26. Februar bekommt das Publikum in Berlin eine Momentaufnahme, aber die Atmosphäre des gesamten Projektes überträgt sich. Dadurch unterstützt das Publikum das Projekt und nimmt daran teil, auch über das einzelne Konzert hinaus.«

Kit Armstrong © Marco Borggreve
Kit Armstrong © Marco Borggreve

Gibt es einen bestimmten Satz im 4. Klavierkonzert, der Sie beim Spielen besonders berührt?

Kit Armstrong:

»Der zweite Satz gehört sicherlich zu den originellsten und gelungensten Entwürfen der Musikgeschichte. In diesem berühmten Satz stehen Klavier und Orchester in einem spannenden Gegensatz: Das Orchester spielt ein punktiertes Thema mit straffem, fast unfreundlichem Charakter, während das Klavier mit sanften, träumerischen Phrasen antwortet.

Wie sich der Konflikt im Verlauf des Satzes löst, ist wirklich genial – typisch für Beethoven. Damit meine ich: Einerseits ist es tiefgehend, andererseits sofort zugänglich. Für mich ist das eine von Beethovens größten Errungenschaften.«

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Kit Armstrong ©  Marco Borggreve

Sie haben viel Zeit in Berlin verbracht. Was verbinden Sie mit der Stadt Berlin?

Kit Armstrong:

»Ich habe das Gefühl, dass diese Auftritte und vor allem die Aufenthalte in Berlin schon lange zu meinem Alltag gehören. Ich hatte zwischen 2006 und 2010 auch eine Wohnung in Berlin. Ich war nicht sehr oft dort, aber ich verbinde diese Zeit mit wunderbaren Erinnerungen an die dortige Musikergemeinschaft.

Wir haben sehr viel Musik gespielt, vor allem Unbekanntes entdeckt und einfach eine schöne, gesellige Zeit miteinander genossen. Das sind für mich wichtige Erinnerungen an Berlin, die mich mein Leben lang begleiten werden. «